Netzwerk Gemeinwesendiakonie vor Ort
Ein Industriegebiet? So war der erste Eindruck der Randlage des Wormser Südens, in dem die Spiel- und Lernstube „Vorstadtkrokodile“ der Regionalen Diakonie Rheinhessen zu finden ist. Unter dem Namen „Spiel- und Lernstube“ konnten wir uns erst nichts vorstellen. Der andere Name „Wormser Vorstadtkrokodile“ passt besser, bezieht er sich doch auf das Buch von Max von der Grün und den Film aus dem Jahr 1977. Es wurde deutlich, dass es manchmal auch nötig ist, zu „beißen“, um auf sich aufmerksam zu machen.
Innendrin gab es einen warmherzigen Empfang mit engagierten Menschen, wie Herrn Hirschler und Frau Erbacher, die den Gewinn einer langen Geschichte der Begleitung von Familien eines prekären Stadtteiles mit Herzblut darstellen. Was ist das Rezept gelingender Quartiersarbeit? In jenem Fall das Zusammenspiel von Kirche und ihrer Diakonie, von Hartnäckigkeit gegenüber Kommunen, von der Ermöglichung von Teilhabe der Bewohner*innen vor Ort. Gesichter, Verlässlichkeit und Beziehungen mitten unter den Menschen vor Ort. Die Herausforderung besteht zukünftig in den zurückgehenden Ressourcen und Umstrukturierungsprozessen für die Kirche in Worms.
Am Nachmittag nahm das Netzwerk noch das Projekt „Demokratie leben“ und die Arbeit des Mehrgenerationenhauses der Regionalen Diakonie Rheinhessen in den Blick. Mehr als 20 engagierte Menschen diskutieren die Möglichkeiten und Grenzen von Quartiersarbeit in Zeiten der aktuellen Umbrüche. Engagement und Durchhaltevermögen, Vernetzung und Kommunikation sind dabei Schlüsselkompetenzen.
Aus dem Tag nahmen alle viele neue Ideen und Anregungen mit. Es tut gut, nicht alleine mit den Fragen nach gelingender Quartiersentwicklung gemeinsam in Kirche und Diakonie zu sein. Eine Fortsetzung der Diskussionen gibt es zum Jahresnetzwerktreffen mit dem Thema „Begegnungsorte im Quartier“ am 25. September 2025 im ZGV in Mainz.
von Stefan Heinig, ZGV, Mail