Home-Office in Zeiten von Corona – ein persönliches Zwischenfazit
ARBEIT & SOZIALES: Mitte März packte ich meine Arbeitstasche im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) mit Laptop und vielen Fachaufsätzen und Fachbüchern sowie den Unterlagen zu aktuellen Projekten, die ich für ein Home-Office benötige.
von: Heike Miehe, Referat Arbeit & Soziales
Home-Office – aber wie?
In diesen Zeiten zu Hause zu arbeiten, ist nicht anders als im Büro … nur anstrengender. Dabei sind meine Bedingungen mit einem eigenen Arbeitsplatz statt am Küchentisch ideal. Ich kann die Arbeit liegen lassen, wie im Büro. Und die Zeit, in der ich morgens im Auto sitze, kann ich direkt nutzen, um schon auf die ersten Mails zu antworten. Auch wenn keine Präsenzveranstaltungen stattfinden, gibt es einen gestiegenen Abstimmungsbedarf mit Video- oder Telefonkonferenzen, gefühlt hunderten Mails, um das weitere Vorgehen abzustimmen oder neu zu planen; nicht zu vergessen die Tücken der Technik, die einem immer mal wieder einen Strich durch die Rechnung machen und alles dann doch nicht so reibungslos durchführen lassen wie geplant.Sicherlich ein Arbeiten im Ausnahmemodus. Und ich bin mir dabei bewusst, wie gut es mir geht: Ich habe keine finanziellen Existenzängste, wie viele Selbstständige, Künstler oder andere Berufsgruppen in dieser Zeit. Auch meine Kinder sind zum Glück erwachsen und ich habe nicht das Problem, sie parallel noch bespaßen oder Hausaufgaben durchgehen zu müssen, Streit zu schlichten.
Ich habe große Hochachtung für die Kolleg*innen, die dies zeitgleich erledigen müssen, inklusive Termindruck und allem, was dazugehört. Dass mein Arbeitgeber, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Freistellung auf zehn Tage für die betroffenen Familien ausdehnt, finde ich einen guten und wichtigen Schritt, um den Druck rauszunehmen und Kolleg*innen, da wo möglich, zu entlasten.
Blick in die Zukunft
Die spannende und nicht konfliktfreie Frage wird nun sein, wie der Arbeitsalltag nach dem Ende der Corona-Krise angesichts der technischen und digitalen Veränderungen aussehen kann. Unklar ist für mich aktuell, wie die zukünftigen Rahmenbedingungen von Vertrauensarbeit im Home-Office aussehen werden. Ich denke, diese Zeiten werden das mobile Arbeiten beschleunigen, und umso wichtiger wird es sein, eine Dienstvereinbarung zu formulieren, welche die neuen Gegebenheiten thematisiert.P. S.: Auch nach fünf Wochen im Home-Office ist der „Stapel zu lesen“ nicht kleiner geworden. Und wieder bin ich einer Illusion beraubt.

