11.02.10
Kopfpauschale hat Tendenz zur Zwei-Klassen-Medizin
Bürgerversicherung soll Lebenschancen für alle Menschen sichern
„Wo bleibt euer Aufschrei?“ heißt der Titel einer Veranstaltung am 19. Februar über soziale Sicherungssysteme, an der auch das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) beteiligt ist. Worte, die aufrütteln. Grund für einen Aufschrei haben oft Patienten, die gesetzlich krankenversichert versichert sind. Schnell bemerken sie die größer werdenden Löcher im Netz der Gesundheitsversorgung. Kassenpatienten erzählen von längeren Wartezeiten, die sie für einen Arzttermin in Kauf nehmen müssen, bestimmte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden müssen sie aus eigener Tasche bezahlen, bei Medikamenten wird auch oft zugezahlt und die Praxisgebühr lässt das Portemonnaie ebenso dünner werden.
Die Situation im Gesundheitswesen ruft nach einer Reform. Und Reformvorschläge beherrschen wieder die politische Diskussion. Die im Koalitionsvertrag vorgesehene „Kopfpauschale“ ist heiß umstritten. Welche Lösung hält die Sozialpolitikexpertin der EKHN für sozial gerecht und sinnvoll? Gegenüber der Online-Redaktion plädiert Dr. Brigitte Bertelmann für die Bürgerversicherung. Sie erläutert: „Alle Bewohner in Deutschland sollten mit allen ihren Einkunftsquellen dazu beitragen, die Gesundheitsleistungen und die Altersversorgung zu finanzieren.“ Wer viel verdiene, müsse auch einen höheren Beitrag leisten.
Rita Deschner, Online-Redaktion der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

