01.12.09
Mit den Medien in die Krise
Vortrag und Diskussion mit Albrecht Müller
Vor ziemlich genau einem Jahr, fand in Mainz eine Veranstaltung statt, die sich mit den Ursachen und Folgen der Finanzkrise auseinandersetzte und nach den Chancen zum Umdenken in der von vielen als bedrohlich empfundenen Krise fragte.
Und was ist bis heute geschehen?
In den letzten Monaten erleben wir, dass kein Umdenken sondern eine Rückkehr zu „Business as usual“ stattfindet. Man atmet auf, stellt fest, dass wir „das Schlimmste überstanden haben“ und knüpft da an, wo man vor der Krise stand.
Welche Rolle die Medien im Vorfeld und im Umgang mit der Krise gespielt haben, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Mit den Medien in die Krise – Vielfalt der Meinungen statt Nachplapperei.
Im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau referierte darüber der Publizist Albrecht Müller vor 140 Besucherinnen und Besuchern. Er stellte dar, mit welchen Kampagnen die öffentliche Meinung manipuliert und gelenkt wird, wie sich die Medien einspannen lassen für die Ziele z. B. der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, bis schließlich fast alle glauben, dass es keine Alternativen gäbe.
Der Publizist und Volkswirt war Ghostwriter des Bundeswirtschaftsministers Karl Schiller und 1972 verantwortlich für Willy Brandts Wahlkampf. Später übernahm er die Leitung der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt bei Brandt und Schmidt. Nicht ganz ohne Selbstironie stellt Müller fest, dass er aufgrund langjähriger Erfahrung weiß, wie „Meinungsmache“ funktioniert. Er sieht den gegenwärtigen Trend nicht nur als Auseinandersetzung zwischen politischen Parteien, sondern als Gefährdung der Demokratie.
Der Initiator der „nachdenkseiten“ fordert dazu auf, genauer hinzusehen und grundsätzlich kritisch nach den Zielen und Hintergründen von Berichten zu fragen.
Vortrag von Albrecht Müller zum Download als mp3 [45MB]

